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Der Ich-Erzähler Micha wächst nur wenige Meter von der deutsch-deutschen Grenze entfernt in dem nordhessischen Dorf Hängerode auf, einem jener undeutenden Orte im Schatten des Eisernen Vorhangs, die sich lediglich durch den Stillstand der Zeit auszeichnen.

Neugierig auf die Welt zieht es ihn direkt nach dem Abitur zum Studium nach Marburg. Der Ort, welcher ihm in Hängerode noch als glänzende Großstadt erschien, entblößt sich aber schnell als das letzte Biotop linker Studenten, die Ende der Achtziger Jahre lieber ihre Tage mit politischen Diskussionen als mit Vorlesungsbesuchen verbringen. Verloren irrt Micha durch die ihm unbekannte Welt der Studentenstreiks, AStA-Vollversammlungen und studentischen Burschenschaften. Am Rande einer Demonstration gegen eine Studentenverbindung lernt er und Phil, Henning und Jimmy kennen. Die drei, sämtlich schillernde Vertreter der Marburger Studentenszene, suchen gerade nach einem neuen Mitbewohner. Mit seinem Einzug beginnt Micha, sich in seiner neuen Stadt endlich zu Hause zu fühlen. Über die seltsamen Anwandlungen seiner Mitbewohner sieht er zunächst hinweg.

Als diese am 09. November 1989 beschließen, die über die Mauer kletternden DDR-Bürger vor den Gefahren des Westens zu warnen und diesen Beschluss tatsächlich am nächsten Tag in Berlin auch noch in die Tat umsetzen, lernt Micha die Ostberliner Studentin Marie kennen. Die Beziehung wird nicht nur durch die räumliche Entfernung sondern vor allem aber durch das Verhalten von Michas Mitbewohner auf eine ständige Probe gestellt.

Ohne es zu wollen ist Micha schließlich gezwungen, sich zwischen Marburg und Berlin, zwischen seinen Mitbewohnern und Marie zu entscheiden. Am 01. Juli 1990, dem Tag der Währungsunion, setzt er sich in den Zug, um sich mit Marie auszusprechen. Der Abend entwickelt sich aber völlig anders, als von ihm geplant.

Ulf Hemplers Roman ist zugleich Wenderoman wie Satire auf die westdeutsche Linke zum Ende der Achtziger Jahre.